Traumasensibles Coaching

„Alles gut. Das wird schon wieder“

Ein Satz, der trösten soll, Hoffnung spenden, Zuversicht vermitteln. Doch im Kontext von Trauma kann er das Gegenteil bewirken. Was als gut gemeinte Geste gedacht ist, kann für Betroffene wie eine Abwertung ihrer Erfahrung klingen – als würde ihr Schmerz nicht ernst genommen, als wäre das Erlebte nur eine Kleinigkeit, die man mit ein bisschen Optimismus überwinden kann.

Trauma ist jedoch kein vorübergehender Zustand, den man einfach „wegdenken“ kann. Es ist eine tiefe seelische Erschütterung, die Zeit, Raum und Verständnis braucht. Wenn jemand sagt „Alles gut“, obwohl nichts gut ist, entsteht eine Kluft zwischen der inneren Realität der betroffenen Person und der äußeren Wahrnehmung durch andere.

Diese Kluft kann das Gefühl verstärken, unverstanden oder sogar unsichtbar zu sein. Bagatellisierung – also das Herunterspielen von Leid – ist oft unbewusst. Viele Menschen fühlen sich hilflos angesichts von Schmerz und greifen zu Floskeln, um die Situation erträglicher zu machen.

Doch echte Unterstützung bedeutet nicht, das Leid kleinzureden, sondern es anzuerkennen. Manchmal ist es hilfreicher, einfach zuzuhören, Stille auszuhalten und zu sagen: „Ich sehe, dass es dir schwerfällt. Ich bin da.“

„Alles gut, das wird schon wieder“ kann Trost spenden – aber nur, wenn es auf Hoffnung gründet, nicht auf Verdrängung. Heilung beginnt dort, wo Schmerz Raum bekommt, ohne bewertet oder relativiert zu werden.

Diesen Raum würde ich Dir sehr gern geben.

Deine Maria